Zum Rassestandard »


Entstehung der Rasse und geschichtlicher Hintergrund

Schon seit Jahrhunderten wurden in den Highlands und auf den Inseln Westschottlands von den Farmern und Wildhütern, vor allem aber von den alten schottischen Adelsfamilien, den Clans, Terrier verschiedener Rassetypen als Arbeitsmeuten gehalten.

Die verschiedenen regionalen Terrierschläge wurden nachweislich miteinander gekreuzt, wobei vor allen die Liebhaber weißer Hunde in besonderer Weise auf Farbeinheit und ausgeprägte Arbeitsqualitäten achteten. Dadurch kam es seit längerer Zeit zu Rassekreuzungen, um die Ausprägung ganz bestimmter Merkmale zu festigen und zu sichern. West Highland White Terrier sind also - wie die übrigen schottischen Terrierrassen auch - ohne Zweifel klassische Produkte des Jahrhunderts der Kynologie.

Der West Highland White Terrier zählt unzweifelhaft zu den Nachfahren der alten Schottischen Jagdterrier. Sie lassen sich zum Teil bis tief in das 19. Jahrhundert, das mit Recht auch als das Jahrhundert der Kynologie bezeichnet wird, hineinverfolgen.

Statt die weißen bzw. hell sandfarbenen Welpen, die in den Würfen der schottischen Arbeitsterrier jener Zeit immer wieder auftauchten, zu eliminieren, bauten zunächst unter anderen, Colonel Malcolm ihre Zucht mit eben diesen Hunden auf.

Die Poltalloch Terrier des Colonel Malcolm sind unbestritten der wichtigste Zweig der Vorfahren des West Highland White Terriers.
Nach einem Jagdmalheur, bei dem er einen seiner rötlich-braunen Terrier mit einem Fuchs verwechselt und erschossen hatte, beschloss der Colonel dann, nur noch weiße Arbeitsterrier zu züchten.

Die Anerkennung der Rasse unter dem Namen West Highland White Terrier durch den britischen Kennel Club erfolgte im Jahr 1907. Vorausgegangen waren im Jahr 1904 die Gründung des West Highland Terrier Club und 1906 die Gründung des West Highland Terrier Club of England.




Rassestandard

Allgemeine Erscheinung:
Kräftig gebaut; tiefe Brust und weit nach hinten reichende Rippen; ebener Rücken, kraftvolle Hinterhand auf muskulöse Läufen; bringt in hohem Maße eine großartige Verbindung Kraft und Aktivität zum Ausdruck.

Charakteristische Merkmale:
Klein, aktiv, unerschrocken, robust, mit beträchtlichem Selbstvertrauen ausgestattet und einem Auftreten, das Raubzeugschärfe erkennen lässt.

Wesen:
Wachsam, fröhlich, mutig, selbstbewusst, aber freundlich. Kopf und

Schädel:
Schädel leicht gewölbt; Stirnpartie mit glatten Konturen; im Oberkopf vom Ohrenansatz zu den Augen hin nur geringfügig schmaler werdend; Abstand zwischen Hinterhauptbein und Augen geringfügig größer als die Länge des Vorgesichts; Kopf reichlich mit Haar bewachsen und im rechten Winkel oder weniger zur Halsachse getragen; Kopf sollte nicht vorgestreckt getragen werden. Vorgesicht von den Augen zur Schnauzenspitze allmählich schmaler werdend.
Deutlicher Stopp gebildet aus starken Wülsten der Stirnknochen, die unmittelbar oberhalb der Augen etwas vorstehen und zwischen den Augen eine leichte Vertiefung aufweisen. Vorgesicht unter den Augen nicht eingefallen oder stark abfallend, sondern gut ausgefüllt. Kiefer kräftig und von gleicher Stärke; Nase schwarz und ziemlich groß, mit dem übrigen Fang eine fließende Linie bildend; Nase nicht spitz vorstehend.

Augen:

Weit auseinander stehend, mittelgroß, nicht groß und rund, so dunkel wie möglich; etwas in den Schädel eingesenkt, wachsam und intelligent; unter buschigen Augenbrauen hervorlugend einen durchdringenden Blick bewirkend. Helle Auge höchst unerwünscht.

Ohren:
Klein, aufrecht und sicher getragen, in einer deutlichen Spitze endend. Weder zu weit auseinander noch zu dicht zusammenstehend. Haar kurz und glatt (samtartig), sollte nicht geschnitten werden. Ohrspitzen ohne jegliche Befransung. Runde, breite, große oder breite Ohren sowie solche mit übermäßig üppiger Behaarung sind äußerst unerwünscht.

Fang:
Zwischen den Fangzähnen so breit, wie es mit dem verlangten Ausdruck von Raubzeugschärfe vereinbar ist. Zähne groß im Verhältnis zur Größe des Hundes, mit gleichmäßigem Scherenschluss, wobei die obere Schneidezahnreihe ohne Zwischenraum über die untere greift und die Zähne senkrecht im Kiefer stehen.

Hals:
Lang genug um die gefordert Kopfhaltung zu ermöglichen; muskulös; zum Ansatz hin allmählich breiter werdend, was den Hals übergangslos in die gut zurückliegende Schulter münden lässt.

Vorderhand:
Schultern schräg zurückliegend. Schulterblätter breit und eng am Brustkorb anliegend. Buggelenk gut nach vorn gelagert, end anliegende Ellenbogen, wodurch eine freie Bewegung der Vorderläufe parallel zur Köperachse ermöglicht wird. Vorderläufe kurz und muskulös, gerade und dicht mit kurzem, hartem Haar bewachsen.

Körper:
Kompakt. Rücken eben mit breiter, kräftiger Lendenpartie. Brust tief, Rippen in der oberen Hälfe so gebogen, dass die Körperseiten abgeflacht wirken. Hintere Rippen weit zurückreichend; Abstand zwischen der letzten Rippe und der Hinterhand so kurz, wie es mit einer freien Bewegung vereinbar ist.

Hinterhand:
Kräftig, muskulös und im oberen Teil breit. Läufe kurz, muskulös und mit kräftigen Sehnen. Schenkel stark bemuskelt und nicht zu weit auseinander stehende. Sprunggelenke gut gewinkelt und gut unter den Körper gestellt; in Stand und Bewegung ziemlich dicht nebeneinander. Steile oder schwache Sprunggelenke äußerst unerwünscht.

Pfoten:
Vorderpfoten größer als die hinteren; rund, von angemessener Größe, kräftig mit dick gepolsterten Ballen und mit kurzem, hartem Haar bedeckt. Hinterpfoten sind kleiner und haben dick gepolsterte Ballen. Unterseiten der Ballen und alle Krallen vorzugsweise schwarz.

Rute:
13 – 15 cm lang; mit hartem Haar bewachsen ohne Befederung. So gerade wie möglich und forsch, nicht lustig oder über den Rücken gezogen getragen. Eine lange Rute ist unerwünscht, und auf keinem Fall dürfen Ruten kupiert werden.

Bewegung/Gangwerk:
Frei, vorwärts gerichtet und rundherum flüssig. Die Vorderläufe werden aus der Schulter heraus raumgreifend nach vorn bewegt. Bewegung der Hinterhand frei, kraftvoll und nahe nebeneinander. Sehr biegsame Knie- und Sprunggelenke und weit unter den Körper greifende Sprunggelenke sorgen für Schub. Steife, stelzige Bewegung in der Hinterhand und Kuhhessigkeit höchst unerwünscht.

Haar:
Doppelhaar. Deckhaar besteht aus etwa 5 cm langem, harschem Haar ohne irgendwelche Locken. Unterwolle pelzartig, kurz, weich und dicht. Offenes Haar ist äußerst unerwünscht.

Farbe:
Weiß.

Größe:
Schulterhöhe etwa 28 cm.

Fehler:
Jede Abweichung von den vorgenannten Punkten sollte als Fehler angesehen werden, dessen Bewertung in genauem Verhältnis zu seiner Schwere stehen sollte. Anmerkung: Rüden sollten zwei offensichtlich normal entwickelte Hoden aufweisen, die sich vollständig im Skrotum befinden.

nach oben »